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Veranstalter

Arbeitssprachen
Deutsch und Englisch
Veranstaltungsort
Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Campus II, Alfter bei Bonn
Right Livelihood College (RLC) / Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF), Bonn
Programm
Vorlesungen und Seminare mit Professoren aus Philosophie, Ökonomie und
Wirtschaftsethik sowie Workshops, Diskussionsrunden etc. mit Vertretern von
Stiftungen, Unternehmen und sozial-ökologischen Projekten, darunter Träger
des "Alternativen Nobelpreises". Ein genaueres Programm findet sich unter
www.alanus.edu.
Teilnehmer
Die Teilnehmerzahl ist auf 70 Studierende begrenzt. Teilnehmen können
Studierende der Wirtschaftswissenschaften sowohl im Bachelor- als auch im
Masterstudium. Zudem können sich Studierende anderer Fächer (ebenfalls BA
und MA) mit Interesse an ökonomischen und bildungspolitischen
Fragestellungen bewerben. Bei einer zu erwartenden Überbuchung der Akademie
werden Teilnehmer seitens der Veranstalter ausgewählt.
Kosten
Die Kosten der Herbstakademie betragen 50,- Euro für Studierende, die nicht
an der Alanus Hochschule eingeschrieben sind. Anreise, Unterkunft und
Verpflegung müssen selbst organisiert und finanziert werden. In begründeten
Ausnahmefällen versuchen wir, Studierende mit einem Stipendium zu
unterstützen. Studentische Initiativen der Alanus Hochschule bemühen sich
um günstige Übernachtungsmöglichkeiten für eine möglichst große Zahl
externer Teilnehmer.
Bewerbung
Bitte senden Sie Ihre Bewerbung (auf Deutsch), die ein Motivationsschreiben
sowie Angaben zu Person, Studienfach, Semesterzahl und Kontaktdaten
umfassen sollte, an:
herbstakademie2012@alanus.edu.
Bewerbungsschluss ist der
30. Juni 2012
Zu- oder Absagen werden bis zum
15. Juli 2012 verschickt
Aktuelle Informationen zur Herbstakademie finden Sie unter
www.alanus.edu/veranstaltungen
Call for Application zum Download
In Zusammenarbeit mit der Software AG Stiftung, dem DAAD,
der MeM - Denkfabrik für Wirtschaftsethik und der Right Livelihood Award
Foundation ("Alternativer Nobelpreis")
15. bis 23. September 2012
an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn und
am Right Livelihood College (RLC) - College des "Alternativen Nobelpreises"
/ Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF), Bonn
Gesamtprogramm (PDF)
Öffentliches Programm (PDF)
Call for Applications
Beschreibung
Vor den gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzkrisen meinten Politiker, den
Schlüssel für erfolgreiches Wirtschaften allein in der Privatisierung, also
in den Kräften des Marktes gefunden zu haben. Umgekehrt rufen sie nun
wieder nach Staatskontrollen für die Wirtschaft. Für soziale Alternativen
jenseits von Markt und Staat mangelt es nicht nur an Erfahrung. Es fehlt
vor allem an Sprache, um den Wert und die Besonderheiten dieser
Alternativen zum Ausdruck zu bringen. Dieser Mangel ist auch auf ein
Defizit der ökonomischen Bildung zurückzuführen, insbesondere der
Volkswirtschaftslehre. Denn diese verleitet Menschen, die kulturelle,
gesellschaftliche und ökologische Einbettung der Wirtschaft vollständig aus
dem Blick zu verlieren. Damit schränkt sie den Raum des Denkens, in dem
Menschen wirtschaftliche Probleme wahrnehmen und nach Lösungen suchen,
systematisch ein. Neue Wege in der ökonomischen Bildung zu gehen, bedeutet,
diese kognitiven Begrenzungen zu erkennen und zu überwinden. Die
Herbstakademie stellt sich dieser Herausforderung, indem sie die Ökonomien
des Gemeinsamen für neun Tage in den Mittelpunkt der ökonomischen Lehre
rückt. Mit diesen Ökonomien sind dabei (vorläufig) all jene Orte des
Miteinanders gemeint, in denen Menschen ihr wirtschaftliches Zusammenleben
gemeinsam und freiwillig, also weder aufgrund von Eigennutz noch aufgrund
vorgegebener Regeln oder Gesetze, bewusst gestalten.
Die Herbstakademie reflektiert die Ökonomien des Gemeinsamen in drei sich
vertiefenden Schritten. Erstens sucht sie im Dialog der Disziplinen - vor
allem von Philosophie, Anthropologie und den heterodoxen
Wirtschaftswissenschaften - nach einer neuer Sprache für
gemeinschaftlich-schöpferisches Wirtschaften, die nicht rein im Denken von
Markt und Staat verhaftet ist. Dabei fragt sie grundlegend nach den
Bedingungen der Möglichkeiten, wie eine solche Sprachfähigkeit zu erlangen
ist. Wie kann wissenschaftliche Reflexion tatsächlich zur sozialen Teilhabe
und nicht allein zu einer distanziert-mitleidlosen Beobachtung befähigen?
Wie kann sie das Zwischenmenschliche als schöpferischen Ort sichtbar
machen, der allen wettbewerblichen Aktivitäten zugrunde liegt? Wie lassen
sich darauf aufbauend die Bedeutungen etwa von Vertrauen und
wechselseitigem Respekt zum Ausdruck bringen? Im zweiten Schritt gilt es zu
klären, wie der ökonomische Mainstream die Ökonomien des Gemeinsamen aus
unserem Wahrnehmungsfokus verbannt. Warum trifft auf diesen Mainstream
insgesamt zu, was Friedrich A. Hayek einmal über sich selbst gesagt hat:
"Ich muss gestehen, [.] dass ich nicht sozial denken kann, denn ich weiß
nicht, was das heißt"? Warum verstehen wir im Rahmen der Theorien und
Modelle des ökonomischen Mainstreams das soziale Zusammenwirken nicht,
blenden es aus oder bekämpfen es gar? Welche Folgen hat es, wenn diese
Theorien unsere Meinungen und Haltungen zu den Ökonomien des Gemeinsamen
unbemerkt prägen? Diesen Fragen - welche nicht zuletzt Elinor Ostrom, die
Wirtschaftsnobelpreisträgerin von 2009, eindringlich stellt - wird die
Herbstakademie wissenschaftstheoretisch und -geschichtlich nachgehen. Im
dritten Schritt geht es um die Frage, wie wir die Ökonomien des Gemeinsamen
aktiv stärken können. Wie können wir sie inmitten einer
Wettbewerbswirtschaft fördern, ohne sie dabei einer ihnen fremden Logik zu
unterwerfen und damit unter der Hand zu zerstören? Welcher Fähigkeiten
bedürfen Gemeinschaften, um sich selbst zu organisieren und zu kooperieren?
Wie kann ökonomische Bildung diese fördern? Wie muss sie hier zukünftig
gestaltet sein? Gerade in diesem dritten Schritt bindet die Herbstakademie
Personen, Organisationen und soziale Bewegungen in den Dialog ein, die sich
in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft für die Ökonomien des Gemeinsamen
einsetzen.
Die Herbstakademie setzt nicht nur thematisch neue Akzente in der
ökonomischen Bildungslandschaft. Sie beschreitet auch im Bezug auf die Form
der akademischen Lehre innovative Wege. Jenseits "freier" Bildungsmärkte
und erstarrter Lehrbuchwissenschaft sucht sie Räume für jene Erneuerung des
Denkens und Handelns zu öffnen, welche die Ökonomien des Gemeinsamen erst
möglich machen. Hierfür begründet sie an der Alanus Hochschule für Kunst
und Gesellschaft für neun Tage eine Werkstatt vereinten Nachdenkens. In ihr
wird Wissen nicht abstrakt vermittelt, sondern im Dialog und
Erfahrungsaustausch transformiert. Dozenten aus Forschung und Praxis geben
in Impulsvorlesungen Anregungen, sich neu im ökonomischen Denken zu
orientieren. Im Rahmen von Präsentationen, Workshops und Diskussionsrunden
vertiefen Studierende und Dozenten gemeinsam einzelne Themen. In einem
Abendprogramm (Vorträge, Filmvorführungen, Workshops, o.ä.), wird die
Öffentlichkeit in den Dialog einbezogen.
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