Vortragsreihe „Rund um den Winzersturm“
„Wie der Wein Karl Marx zum Kommunisten machte“
(Jens Baumeister)
17. Juli 2026, VG-Verwaltung Bernkastel-Kues, Gestade 18
18.00 Uhr: Erdgeschoss: thematische Führung durch die Ausstellung zum Winzersturm 1926
19.00 Uhr: Dritter Stock, Großer Saal: Prof. Dr. Dieter Hüning (Universität Trier):
Das Jahr 1842 war gekennzeichnet durch die Krise der Moselwinzer, aber darüber hinaus durch die angespannte politische Lage im Vormärz. In dieser Situation befasste sich Karl Marx, zu dieser Zeit Redakteur in Kölner Rheinischen Zeitung mit der prekären ökonomischen Situation der Moselwinzer sowie mit den Verhandlungen des Rheinischen Landtags über das Holzdiebstahlgesetz. Dabei ging es um die Versuche der Waldbesitzer, das Sammeln von Totholz, das bis dahin als Gewohnheitsrecht galt, als Diebstahl zu kriminalisieren.
Marx‘ Beschäftigung mit den sozialen und ökonomischen Fragen der Moselregion hatte für sein wissenschaftliches Selbstverständnis weitreichende Folgen. Es ist die Erkenntnis, dass „Anatomie der bürgerlichen Gesellschaft“ deshalb in den ökonomischen Verhältnissen zu suchen sei.
Marx selbst beschreibt diese veränderte Sichtweise im Vorwort seiner Schrift „Zur Kritik der politischen Ökonomie“ von 1859 wie folgt: „Meine Untersuchung mündete in dem Ergebnis, daß Rechtsverhältnisse wie Staatsformen weder aus sich selbst zu begreifen sind noch aus der sogenannten allgemeinen Entwicklung des menschlichen Geistes, sondern vielmehr in den materiellen Lebensverhältnissen wurzeln“.
