Reihe B

Band 17 (in 2 Teilbänden)

Cover zu Reiner Georg Grübel: Wassili Rosanow.

 

Grübel, Rainer Georg:

Wassili Rosanow – Ein russisches Leben vom Zarenreich bis zur Oktoberrevolution

Aschendorff, Münster 2019

ISBN 978-3-402-16007-7
Preis 59,00 €

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Rosanow (1856-1919) war ein konservativer russischer Philosoph, einflussreicher Journalist und innovativer Schriftsteller. Er wird unscharf ‚russischer Nietzsche’ und ‚russischer Freud’ genannt, weil er die Orthodoxe Kirche radikaler Kritik unterzog und Fürsprache für die Lebenslust hielt. Gestützt zunächst auf den Judaismus, später auf die altägyptische Kultur, hat er eine persönliche Religion entworfen, die den Menschen auf Augenhöhe mit Gott stellt. Quer dazu steht sein zeitweiliger, hier kritisch beleuchteter Antisemitismus. Viele seiner der Zeit weit vorauseilenden Gedanken zur Poetik des Lebens, zur Bedeutung von Gefühl und Zärtlichkeit im Zusammenleben der Menschen, zur Nähe von Mensch und Tier, zur Bedeutung des nordöstlichen Afrika (Ägypten) für die europäischen Kulturen, verdienen in der Mitte Europas auch gegenwärtig Beachtung.
Da Rosanow in verschiedenen Berufen tätig war (als Lehrer, Beamter im Reichskontrollamt, Zeitungsredakteur), bietet die Biographie vielfältigen Einblick in die russische Kultur von 1860 bis 1920. Im Kern enthält sie auch eine russische Kulturgeschichte dieser Zeit, die dem Bild der russischen Geschichte im ‚mainstream’ eine Alternative entgegenhält: Im Sinne einer konservativen Moderne scheint am Beispiel Rosanows auch eine andere als die totalitäre Variante Russlands mit Lenin und Stalin möglich.
Bis zur Oktoberrevolution sehr einflussreich, in der Sowjetunion verfemt, ist Rosanow seit Glasnost und Perestroika im heutigen Russland ein wirkmächtiger Autor. Insbesondere steht er als Verfechter des Andersdenkens dem gegenwärtigen autoritären Putinismus schroff gegenüber.

 

Über den Autor

Prof. Dr. Rainer Georg Grübel, Studium der Slawistik, Germanistik und Philosophie in Göttingen, Frankfurt (M.) und Leningrad, Professuren in Utrecht, Leiden und Oldenburg; Publikationen zu Literaturtheorie, Literaturgeschichte und Philosophie


Band 16

Buchcover zu: Witalij Morosow: Das Erbe des Nikolaus von Kues im Spiegel der Alchemie. Aschendorff, Münster 2018. Texte und Stdueien zu europäischen Geistesgeschichte. Reihe B, Band 16

 

Morosow, Witalij

Das Erbe des Nikolaus von Kues im Spiegel des Alchemie

Aschendorff Verlag Münster 2018

ISBN: 978-3-402-16005-3
Preis: 39,00 €

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Nikolaus von Kues (1401-1464) gehört zu den bedeutendsten Gestalten in der intellektuellen Geschichte des 15. Jahrhunderts, dessen Erbe in der Forschungsliteratur eingehend aus unterschiedlichen Perspektiven untersucht worden ist. Doch finden sich nach wie vor einige spannende Themenfelder, die zwar an der Peripherie der Philosophie des deutschen Kardinals liegen, die jedoch für das Verständnis seines Denkens von Bedeutung sind, da sie die Grenzen seines Erbes neu zu begreifen erlauben. Zu solchen wenig erforschten Themenfeldern in der Cusanus-Forschung gehört die rätselhafte Kunst der Alchemie. Das vorliegende Buch von Witalij Morosow, das im Jahr 2016 als Manuskript im internationalen Wettbewerb den renommierten Helena Klotz-Makowiecki-Preis für wissenschaftliche Arbeiten zur Cusanus-Forschung erworben hat, stellt den ersten Vorstoß einer ausführlichen Untersuchung des cusanischen Erbes im Lichte der Geschichte der alchemistischen Naturphilosophie dar. Das Buch setzt sich mit den alchemistischen Handschriften aus dem Besitz des Nicolaus Cusanus auseinander und führt über seine Rezeption der Kunst der Umwandlungen zu den ersten alchemistischen Interpretationen der cusanischen philosophisch-theologischen Schriften und Konzepte von Intellektuellen der Frühen Neuzeit.

Über den Autor: Dr. phil. Witalij Morosow (geb. 1987), wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie an der Staatlichen Universität St. Petersburg und parallel am Institut für Geschichte der Naturwissenschaften und Technik an der Russischen Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg. Mitglied und freier wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte (Bernkastel-Kues). Das Projekt wurde betreut von Prof. Dr. Harald Schwaetzer.