Reihe B

Band 21

Borsche, Tilman/Schwaetzer, Harald (Hrsg.)

Bilder beweglich denken
Akten des Symposions zu Ehren
von Kazuhiko Yamaki

Aschendorff, Münster 2019

ISBN 978-3-402-16015-2
Preis 39,90 €

 

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Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, fordert das zweite der zehn mosaischen Gebote. Aber wir müssen uns Bilder machen, indem wir denken. Das menschliche Denken lebt aus Bildern, es bewegt sich in Bildern, und diese entwickeln dabei ihr eigenes Leben. Wie lassen sich jenes Gebot und diese Notwendigkeit verbinden? Wie lässt sich eine jeweils zeitgemäße Ordnung in diese Bilderflut bringen, ohne sie dauerhaft zu fixieren und damit das lebendige Denken zu töten? In diese Fragen lässt sich die denkerische Lebensaufgabe des Autors Nikolaus von Kues (1401–1464) zusammenfassen.

Philosophen und Theologen, Historiker und Bildwissenschaftler ver­sammelten sich im November 2017 im Geburtshaus von Nikolaus am Ufer der Mosel in Kues, um diese Fragen auf den neuesten Stand der Forschung zu bringen. Die Themen reichen von detaillierten Bild-Lektüren einschlägiger Kunstwerke aus West und Ost über Logik, Reichweite und Grenzen des konjekturalen Denkens, Grundzüge einer Mythologie der Vernunft, die elliptische Dis-zentralisierung des ego-zentrischen Denkens sowie die Rolle der Imagination für das Erkennen, bis zu einer Würdigung der einprägsamen Bilder aus der Lebenswelt im Werk des Cusanus und zu seinem neuen Entwurf eines Menschenbildes im Geist der Renaissance im Spiegel des verborgen bleibenden Gottesbildes.
Anlass dieser Sammlung von innovativen Cusanus-Studien war der 70. Geburtstag des japanischen Kollegen und verdienten Cusanusforschers Kazuhiko Yamaki. Yamaki ist Professor em. für Philosophie an der Waseda-Universität Tokyo. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der europäischen Philosophie des Mittelalters, doch seine besondere Liebe und Aufmerksamkeit gehören dem Philosophen Nikolaus von Kues und dessen Bildersprache, die Yamaki stets auch auf ihre Aktualität für unsere Gegenwart hin befragt.


 

Band 20

Schwaetzer, Harald/Vannier, Marie-Anne (Hrsg.)

Nikolaus von Kues: Die Großregion als Denk- und Lebensraum

Aschendorff, Münster 2019

ISBN 978-3-402-16013-8
Preis 39,90 €

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„Cusanus war ein Deutscher, der früh Europäer wurde, seinen Mittelpunkt in Rom hatte, aber seine Herkunft nicht verlor“, schrieb Karl Jaspers. Der vorliegende Band widmet sich unter verschiedenen Perspektiven der Bedeutung der Großregion zwischen Deutschland, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden für Denken und Wirken des Nikolaus von Kues (1401-1464). Auch das Verhältnis zu Italien und der italienischen Renaissance wird behandelt. Auf einen einführenden Beitrag zu Cusanus als Mentor Europas folgen Aufsätze u.a. zu theologischen, philosophischen, kulturellen, geographischen und künstlerischen Bezügen und Entwicklungen, in denen Nikolaus von Kues wesentliche Anregungen für die entstehende frühe Neuzeit Europas gegeben hat.

 

über die Herausgeber

Die Beiträge des Bandes stammen von Autorinnen und Autoren der Cusanus-Forschung der Großregion und Italiens, koordiniert von Harald Schwaetzer von der Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte und dem Internationalen Klaus-Reinhardt-Institut sowie Marie-Anne Vannier, Leiterin der seit 1993 bestehenden Équipe de recherche sur les mystiques rhénans (ERMR) an der Universität Lorraine (Metz), im Rahmen des Ariane Forschungsprojekts : Cusanus.


 

Band 19

Fiamma, Andrea

Nicola Cusano da Colonia a Roma (1425-1450)
Università, politica e umanesimo nel giovane Cusano

Aschendorff, Münster 2019

ISBN 978-3-402-16011-4
Preis 49,00 €

Weitere Informationen

Il volume ripercorre lo sviluppo del pensiero del giovane Nicola Cusano dalla frequentazione del maestro albertista Eimerico da Campo presso l’Università di Colonia (1425) e dal confronto con le posizioni filosofiche dei domenicani dello Studium coloniense, fino agli anni della maturità a Roma (1450). Il saggio illustra il contesto storico-culturale della genesi del De docta ignorantia, testo che suggella la presa di distanza di Cusano dal proprio passato universitario ma anche, al contempo, la sua insoddisfazione nei confronti dell’umanesimo diffuso in Italia negli anni del Concilio di Ferrara-Firenze; e lo segue nella sua ‘caccia della Sapienza’, nell’incontro con differenti tradizioni e contesti, fino alla formulazione dell’ideale del ‘Socrate cristiano’ nell’Idiota. Il volume, riccamente documentato anche sul piano della storia delle interpretazioni e degli studi su Cusano, contribuisce a far luce sulla formazione del suo pensiero e sulle questioni che ne hanno segnato la vita.

 

Über den Autor

Andrea Fiamma ha conseguito il titolo di ‘Doctor Europaeus’ in Studi umanistici presso l’Università degli studi ‘G. d’Annunzio’ di Chieti-Pescara (Italia), discutendo una tesi in cotutela con l’Université de Lorraine (Francia). È autore di saggi in inglese, tedesco, francese, spagnolo e italiano pubblicati in riviste internazionali. Attualmente è impegnato ad approfondire il pensiero filosofico tra il XIV e il XVI secolo e le sue immagini storiografiche.


 

Band 18

Stahl, Henrieke: Sophia im Denken Vladimir Solov’evs
ISBN 978-3-402-16009-1

Stahl, Henrieke

Sophia im Denken Vladimir Solov’evs
Eine ästhetische Rekonstruktion

Aschendorff, Münster 2019

ISBN 978-3-402-16009-1
Preis 49,00 €

 

Weitere Informationen

Im Zentrum des Werks von Vladimir Solov’ev (1853-1900), dem Begründer der russischen Philosophie und Vorläufer des russischen Symbolismus, steht der Begriff der Göttlichen Weisheit Sophia. In diesem Buch werden die philosophischen Schriften gemeinsam mit den literarischen und poetischen Texten Solov’evs struktural-hermeneutisch interpretiert. Ziel ist die ästhetische Rekonstruktion der genetischen Entwicklung des Sophienbegriffs und der ihm entsprechenden Erkenntnismethodik im Denken Solov’evs. Durch einen typologischen Vergleich mit Mystikmodellen der spätantiken, byzantinischen sowie west- und osteuropäischen Geistesgeschichte wird die spezifische Gestalt der sophianischen Mystik Solov’evs komparativ erarbeitet. Sophia ist für Solov’ev Idee und Ideal des Menschen, den er als Wesen des Übergangs sieht. Diese Auffassung prägt eine Poetik der Transition, die sich zwischen Textsorten sowie diskursiv-begrifflichen und literarischen Schreibmodi bewegt.

 

Über die Autorin

Henrieke Stahl ist Professorin für slavische Literaturwissenschaft an der Universität Trier und Projektleiterin der DFG-Kolleg-Forschungsgruppe FOR 2603 Russischsprachige Lyrik in Transition: Poetische Formen des Umgangs mit Grenzen der Gattung, Sprache, Kultur und Gesellschaft zwischen Europa, Asien und Amerika, in deren Rahmen das Buch fertig gestellt wurde.


Band 17 (in 2 Teilbänden)

Cover zu Reiner Georg Grübel: Wassili Rosanow.

 

Grübel, Rainer Georg:

Wassili Rosanow – Ein russisches Leben vom Zarenreich bis zur Oktoberrevolution

Aschendorff, Münster 2019

ISBN 978-3-402-16007-7
Preis 59,00 €

Weitere Informationen

Rosanow (1856-1919) war ein konservativer russischer Philosoph, einflussreicher Journalist und innovativer Schriftsteller. Er wird unscharf ‚russischer Nietzsche’ und ‚russischer Freud’ genannt, weil er die Orthodoxe Kirche radikaler Kritik unterzog und Fürsprache für die Lebenslust hielt. Gestützt zunächst auf den Judaismus, später auf die altägyptische Kultur, hat er eine persönliche Religion entworfen, die den Menschen auf Augenhöhe mit Gott stellt. Quer dazu steht sein zeitweiliger, hier kritisch beleuchteter Antisemitismus. Viele seiner der Zeit weit vorauseilenden Gedanken zur Poetik des Lebens, zur Bedeutung von Gefühl und Zärtlichkeit im Zusammenleben der Menschen, zur Nähe von Mensch und Tier, zur Bedeutung des nordöstlichen Afrika (Ägypten) für die europäischen Kulturen, verdienen in der Mitte Europas auch gegenwärtig Beachtung.
Da Rosanow in verschiedenen Berufen tätig war (als Lehrer, Beamter im Reichskontrollamt, Zeitungsredakteur), bietet die Biographie vielfältigen Einblick in die russische Kultur von 1860 bis 1920. Im Kern enthält sie auch eine russische Kulturgeschichte dieser Zeit, die dem Bild der russischen Geschichte im ‚mainstream’ eine Alternative entgegenhält: Im Sinne einer konservativen Moderne scheint am Beispiel Rosanows auch eine andere als die totalitäre Variante Russlands mit Lenin und Stalin möglich.
Bis zur Oktoberrevolution sehr einflussreich, in der Sowjetunion verfemt, ist Rosanow seit Glasnost und Perestroika im heutigen Russland ein wirkmächtiger Autor. Insbesondere steht er als Verfechter des Andersdenkens dem gegenwärtigen autoritären Putinismus schroff gegenüber.

 

Über den Autor

Prof. Dr. Rainer Georg Grübel, Studium der Slawistik, Germanistik und Philosophie in Göttingen, Frankfurt (M.) und Leningrad, Professuren in Utrecht, Leiden und Oldenburg; Publikationen zu Literaturtheorie, Literaturgeschichte und Philosophie


Die NZZ vom 31.10.2019 hat unter  dem Titel: 
„Literarischer
Revolutionär und treuer Monarchist“ eine ausführliche
Rezension aus der Feder von Ulrich M. Schmid veröffentlicht.


Band 16

Buchcover zu: Witalij Morosow: Das Erbe des Nikolaus von Kues im Spiegel der Alchemie. Aschendorff, Münster 2018. Texte und Stdueien zu europäischen Geistesgeschichte. Reihe B, Band 16

 

Morosow, Witalij

Das Erbe des Nikolaus von Kues im Spiegel des Alchemie

Aschendorff Verlag Münster 2018

ISBN: 978-3-402-16005-3
Preis: 39,00 €

Weitere Informationen

Nikolaus von Kues (1401-1464) gehört zu den bedeutendsten Gestalten in der intellektuellen Geschichte des 15. Jahrhunderts, dessen Erbe in der Forschungsliteratur eingehend aus unterschiedlichen Perspektiven untersucht worden ist. Doch finden sich nach wie vor einige spannende Themenfelder, die zwar an der Peripherie der Philosophie des deutschen Kardinals liegen, die jedoch für das Verständnis seines Denkens von Bedeutung sind, da sie die Grenzen seines Erbes neu zu begreifen erlauben. Zu solchen wenig erforschten Themenfeldern in der Cusanus-Forschung gehört die rätselhafte Kunst der Alchemie. Das vorliegende Buch von Witalij Morosow, das im Jahr 2016 als Manuskript im internationalen Wettbewerb den renommierten Helena Klotz-Makowiecki-Preis für wissenschaftliche Arbeiten zur Cusanus-Forschung erworben hat, stellt den ersten Vorstoß einer ausführlichen Untersuchung des cusanischen Erbes im Lichte der Geschichte der alchemistischen Naturphilosophie dar. Das Buch setzt sich mit den alchemistischen Handschriften aus dem Besitz des Nicolaus Cusanus auseinander und führt über seine Rezeption der Kunst der Umwandlungen zu den ersten alchemistischen Interpretationen der cusanischen philosophisch-theologischen Schriften und Konzepte von Intellektuellen der Frühen Neuzeit.

 

Über den Autor

Dr. phil. Witalij Morosow (geb. 1987), wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie an der Staatlichen Universität St. Petersburg und parallel am Institut für Geschichte der Naturwissenschaften und Technik an der Russischen Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg. Mitglied und freier wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte (Bernkastel-Kues). Das Projekt wurde betreut von Prof. Dr. Harald Schwaetzer.